Geschichte
Seitdem die historische Residenz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, erlebt das Kloster seinen zweiten Frühling und hält die jahrhundertealten Zeiten lebendig, als...
... in einer Zeit noch vor dem 17. Jahrhundert, etwa eine Meile von der heutigen Kirche entfernt, ein Bild der Madonna existierte. Das Abbild galt als wundersam, es ist auf einem Stück Mauer gemalt, von vier Eichenbalken eingefasst und befindet sich heute am Hochaltar der Kirche. Um das Bild in einem schlichten Schrein an der Straße wurde mit Geschenken und Almosen der Anhänger zunächst eine kleine Hütte erbaut, die als Unterstand für Reisende diente...
...am 8. August 1690, da man sämtliche Genehmigungen von Seiten des Apostolischen Stuhls und des Kardinals Pallavicino, Bischof von Spoleto, erhalten hatte, „ereiferten sich sehr in diesem Interesse einige aus Cerreto stammende Herren der Kurie, die seinerzeit ihr Amt in Rom ausübten (…) nach der Messe legte P.
Pierfrancesco di Piepaterno den Grundstein, der zweite Stein wurde von P. Atanasio di Norcia, der dritte von P. Giacomo da Borgo S. Sepolcro, der vierte von F. Silvestro da Bironico, dem Architekten des Bauwerkes, der fünfte vom Syndikus gelegt, und nach und nach kamen die Steine vieler religiöser und weltlicher Anhänger hinzu, die hergekommen waren, um die Andacht zu sehen. Von da an fuhr man mit höchster Aufmerksamkeit mit den Arbeiten fort, nicht nur mit dem Kloster, sondern gleichfalls mit dem Chor, der Sakristei und der neuen größeren Kirche, die Platz für das zahlreiche Volk bot.
Die offizielle Geschichtsschreibung besagt, dass die Grundsteinlegung des Klosters im Jahre 1690 durch den Franziskanerorden auf der Grundfläche einer früheren Kirche stattgefunden hat. Bis heute gibt es keine schriftlichen Zeugnisse, woraus hervorgeht, was für eine Bedeutung jener Ort vor diesem Datum hatte, auch wenn man anhand einiger architektonischer Elemente und einiger struktureller Details ersehen kann, dass zuvor eine Kultstätte existiert haben muss, die mit der Verehrung des Bildes der Jungfrau von Konstantinopel zusammenhing. Einige Beweise deuten darauf hin, dass eine erste Kirche im
Hochmittelalter ( 10.-11. Jh. ) existiert haben muss. Zunächst lag es nah, wahrscheinlich aufgrund der Wasserquellen, die Existenz einer etruskischen Kultstätte zu vermuten.
... im Jahre 1698 gelang es den Ordensbrüdern, die von verschiedenen Gemeinden in der Gegend von Cascia begehrte Glocke der baufälligen Kirche von Roccatervi zu erhalten, und sie brachten selbige zum Kloster „und doch ist es nicht einfach, von all den Wundern zu erzählen, die während des Transports besagter Glocke mit einem Gewicht von 1800 Pfund auf steilen Straßen, auf Bergen und Hügeln, in steinigen Tälern und auf einem Weg von mehr als zwanzig Meilen über Norcia und Ancarano, geschehen sind... In den folgenden Jahren wurde das Kloster Ausbildungsstätte für die Mönche und mit der Anwesenheit des Seligen... und des Padre Petronio da Bologna, genannt „der Heilige“, spirituelle Anlaufstelle für den gesamten Bezirk. Zu jener Zeit gab es das so genannte “Studentenheim“, welches gut 25 Studenten und 16 Priester zählte und wo sogar ein Provinzkapitel stattfand.

